Pompeji: Archäologische Stätten von Pompeji, Herculaneum und Torre Annunziata






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Farblos, abstrakt, eine Angelegenheit für Geschichtsforscher wäre das große römische Reich ohne Pompeji geblieben. Aber die Ausgrabung dieser Geisterstadt im Golf von Neapel macht die alten Römer wieder lebendig - zumindest in den Vorstellungen der Besucher. Sie können römische Straßen auf Trittsteinen überqueren, luxuriöse Villen besichtigen, Fresken, Statuen und Graffitis bestaunen. Tempel, Theater, Fisch- und Brotläden, Tavernen und Bordelle - alles ist da.

In 600 Jahren Stadtgeschichte haben viele Kulturen Pompeij auf- und umgebaut: im Jahre 62 nach Christus hatte ein Erdbeben die Stadt verheert. Der Wiederaufbau war noch gar nicht abgeschlossen, als am 24. August 79 der Vesuv ausbrach und Pompeji unter einer sechs Meter dicken Schicht aus Asche und Bimssteinkieseln verschüttete - und konservierte. Der Kaiser entschied, die von den Göttern verfluchten Orte nicht wieder aufzubauen. Pompeji geriet in Vergessenheit.

Jährlich kommen heute Millionen Touristen. Lust am Morbiden treibt die meisten Besucher, sie sind unmittelbar am Ort der Katastrophe - nur durch die Zeit vom Tod getrennt. Aber Archäologen können eine Geisterstadt nicht instandhalten. Die Besucher und die Zeit vernichten, was der Berg bei seinem kurzen Ausbruch noch stehen ließ. Und so mancher Freund der alten Römerstadt hofft zuweilen, die Götter mögen sich erbarmen, und die Reste der unglücklichen Stadt ein zweites Mal begraben.

Buch und Regie: Jens Dücker
Kamera: Rüdiger Kortz



Kulturdenkmal: Pompeji, Herculaneum sowie die sehr gut erhaltenen Fresken in der Villa Oplontis von Torre Annunziata

UNESCO-Ernennung: 1997

UM 600 V. CHR.
Gründung von Pompeji

80 V. CHR.
unter Lucius Cornelius Sulla Pompeji als römische Kolonie und wahrscheinlich Bau des 136x104 m großen Amphitheaters

63
Zerstörung von Pompeji durch Erdbeben

24.8.79
beim Ausbruch des Vesuv Verschüttung von Pompeji und Herculaneum

1738
erste Ausgrabungen auf Veranlassung von Karl III. von Bourbon

1861
Bau des Antiquariums für die Aufbewahrung der Grabungsfunde

1869
Beginn systematischer Ausgrabungen

1943
irrtümlicher Angriff alliierter Kampfflugzeuge auf Pompeji

1980
Beschädigung der freigelegten Gebäude durch ein Erdbeben

1998
Eröffnung eines Fußweges entlang der Stadtmauer zwischen Porta Nola und Porta Nocera


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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