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Wohl keine andere spanische Kolonialstadt Südamerikas ist so gut und so authentisch erhalten wie Sucre, und dennoch wirkt die 1538 gegründete und nach spanischen Vorbild erbaute Stadt heute keineswegs wie ein Museum, zumal sich auch die Touristenzahlen sehr in Grenzen halten. Sucre verzaubert jeden Besucher sofort durch seine heitere Gelassenheit. Dazu tragen besonders die allgegenwärtigen 13.000 Studenten aus ganz Bolivien und dem Ausland bei. Sie sind heute die wichtigste Erwerbsquelle der "Weißen Stadt" in den Anden.
Der Film erzählt die Geschichte dieser Stadt, die zugleich die spanische Kolonialgeschichte Südamerikas ist - und die Geschichte Boliviens danach. Hauptdarsteller und Erzähler ist Simon Bolivar, der hier seinen größten Triumph feierte, die Unabhängigkeit des ganzen spanischen Südamerikas 1825. Nach ihm wurde daraufhin das Land Bolivien benannt - und nach seinem erfolgreichen General Sucre die Stadt. Die hatte bis dahin La Plata geheißen - wegen des Silbers im nahegelegenen Potosí. Diesem Silber verdankte Sucre seine Gründung, seine verschwenderisch aufwendigen und noch gut erhaltenen Bauten und seine Bedeutung zunächst als Verwaltungssitz für einen großen Teil der spanischen Kolonie und später als Hauptstadt Boliviens. Seit einem verlorenen Bürgerkrieg 1899 ist Sucre nur noch nominell die Hauptstadt. Regiert wird in La Paz. Sucre aber wird immer jene einzigartige Stadt in den Anden bleiben, ein wahrer Schatz dieser Welt
Buch und Regie: Albrecht Heise Kamera: Peter Wendt
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Kulturdenkmal: frühere spanische Kolonialstadt
Unesco-Ernennung: 1991
29.9.1538 Gründung der Ortschaft Villa de la Plata, der späteren Ciudad de la Plata de Nuevo Toledo, an der Stelle der Hauptstadt der indianischen Charcas
um 1550-1712 Bau der Kathedrale
1552 Bischofssitz
1558 Bau der Kirche La Merced
1559 Sitz der Audiencia de Charcas, des höchsten königlichen Gerichtshofes in den spanischen Kolonien
1601 Gründung des Convento La Recoleta
1609 Erzbischofssitz
1624 Gründung der Universität San Francisco Xavier
1665 Gründung des Karmeliterklosters Santa Teresa
1776 Bedeutungsverlust durch Ernennung von Buenos Aires zur Kapitale des Vizekönigreiches La Plata
1809 Auflösung des Klosters San Francisco
25.5.1809 Aufruf zur Unabhängigkeit in der Casa de la Libertad
9.2.1825 Unabhängigkeitserklärung durch General Antonio José de Sucre, Gründung der Republik Bolivien
11.8.1825 Umbenennung von Villa de la Plata in Sucre
1828 Ermordung des Präsidenten Pedro Blanco im Convento La Recoleta
seit 1828 nominelle Hauptstadt Boliviens
1898 Umzug der bolivianischen Regierung nach La Paz
1965 Convento La Recoleta zum Nationalmonument erklärt
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010
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