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Im 10. Jahrhundert, als die Dänen noch Wikinger und in ganz Europa als Plünderer gefürchtet waren, ließ ihr König die erste Kirche bauen. Daraus entwickelte sich die Kathedrale von Roskilde. Der erste Bau in Backsteingotik, die größte Kirche Skandinaviens - und die Grabstätte der meisten dänischen Herrscher. An das Kirchenschiff ließen die Könige und Königinnen über Jahrhunderte hinweg Grabkapellen anbauen - eigene Bauten im eigenen Stil und doch mit dem Hauptschiff zu einem ganzen verbunden. Und der Tod bestimmt die Atmosphäre - je nach Zeit und persönlicher Vorliebe romantisch, düster, nordisch nüchtern oder sogar heiter. Margarete ist hier begraben, die dänische Königin, die auch über Norwegen, Schweden und Island herrschte. Christian der Vierte liegt als ein ganz großer Herrscher in einer entsprechend aufwendigen Grabkapelle. Gotik, Renaissance, Barock, Klassizismus - alles ist hier vertreten. Die großen Richtungen der Baukunst wurden überhaupt erst über die Kathedrale von Roskilde in Dänemark eingeführt. Die heutigen Herrscher geben sich bescheiden, der jüngste Anbau bemüht sich um Unauffälligkeit - es ist ein Privileg genug, überhaupt hier begraben zu werden. Die Kirche steht auf dem Besuchsprogramm aller Reisegruppen in der Umgebung von Kopenhagen. Wer mehr als die übliche halbe Stunde Zeit hat, kann eine Fülle von Einzelheiten und spannende bis skurrile Geschichten entdecken. Für die Nachfahren der alten Wikinger, für die Dänen von heute, ist der Dom von Roskilde ein nationales Denkmal. Seit dreißig Generationen bauen sie an dieser Kirche oder besuchen sie. Zum Gottesdienst oder um ihren Königen und Königinnen die letzte Ehre erweisen.
Buch und Regie: Jens Dücker Kamera: Marc Liesendahl
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