Kakadu: Nationalpark Kakadu






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Menschen leben in diesem Gebiet im tropischen Norden Australiens seit über 50.000 Jahren. Wann genau die Gagudju, die Ureinwohner Kakadus, anfingen, ihre Geschichte und Mythen auf Fels zu malen, kann niemand mit Sicherheit sagen, doch es steht fest, die Rock Art von Kakadu gehört zu den ältesten der Welt. Die Aborigines haben diese Tradition bis in die jüngste Vergangenheit weitergeführt. Nayambolmi, auch Barramundi Charlie genannt, war der letzte der Männer, der den Rang hatte und befugt war, auf die Felsen von Nourlangie Rock zu malen. Er starb 1965. Kakadu hat mit über 3.500 Fundorten von Rock Art eine kaum zu überblickende Fülle von Kunst und Geschichte der Ureinwohner Australiens.

Doch Kakadu ist nicht ein Ort der Mythen sondern auch die größte Brutstätte für Vögel in der südlichen Halbkugel. Bisher wurden mehr als 280 verschiedene Vogelarten im Park beobachtet. Zum einzigartigen Tierreichtum Kakadus gehören 125 Reptilarten - darunter auch Süß- und Salzwasserkrokodile, 65 verschiedene Säugetiere, 25 Froscharten und 59 Fischarten.

Kakadu ist ein Kulturerbe der Extreme. Mit zwanzigtausend Quadratkilometer Fläche ist es halb so groß wie Holland und wird von ca. 400 Menschen bewohnt. Nirgendwo sind die Krokodile größer, die Schlangen giftiger, gehen mehr Blitze im Jahr nieder.

Buch und Regie: Werner Meyer
Kamera: Paul Ree



Kultur- und Naturdenkmal: Nationalpark 1987 in seiner jetzigen Größe von 19804 qkm eingerichtet; ein Drittel im Besitz von Kakadu Aboriginal Land Trust und Jabiluka Aboriginal Land Trust; im Nationalpark etwa 7000 Fundstellen mit 18000 bis 25000 Jahre alten Felszeichnungen; Landschaft durch Verwitterung geprägt, u. a. Arnhem Escarpment, eine sich über mehr als 500 km erstreckende Felsformation mit Abbrüchen von 30 bis 330 m; Küstenregion mit ausgedehnten Flussmündungen und Wattflächen von 473 qkm; 90% des Niederschlages von November bis April

Unesco-Ernennung: 1981, erweitert 1987 und 1992

Flora und Fauna:
mehr als 1600 Pflanzenarten erfasst;

offener Eukalyptuswald als dominante Vegetationsform; 64 Säugetierarten, darunter 26 von 65 Fledermausarten Australiens;

gefährdete Arten wie das zu den Seekühen rechnende Dugong und die Australische Gespenstfledermaus;

unter den 128 Reptilienarten u. a. Todesotter, Kragenechse, Unechte Karett- und Suppenschildkröte sowie Leistenkrokodil;

274 Vogelarten wie Spaltfußgans, Weißbauchseeadler und Gouldamadine


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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