Tikal National Park






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Als die Spanier im 16. Jahrhundert auf ihren Eroberungszügen durch Amerika die Regenwälder von Peten im heutigen Guatemala durchquerten, stießen sie auf gespenstische Kulissen. Riesige Pyramiden, weitläufige Plätze, gewaltige Paläste, meisterlich gebaut und fein verziert, alles überwuchert von tropischer Vegetation - sie standen vor den Toren Tikals, der ehemaligen Metropole der sagenumwobenen Maya, einer Stadt, die in ihrer Blüte bis zu 80.000 Menschen beherbergte. Im 8. Jahrhundert nach Christus wurde Tikal jedoch von der Bevölkerung innerhalb kurzer Zeit verlassen. Was war passiert? Aus dem Rätsel wurde bald ein Mythos, der bis heute die Maya als ein friedliches Volk darstellt, das in enger Verbundenheit mit der Natur gelebt haben soll. Doch die Geschichte der Maya in Tikal war eine andere, wie neue wissenschaftliche Forschungsarbeiten belegen. Es ging um Macht, um Selbstverherrlichung und um Vergöttlichung einer herrschenden Elite, die rücksichtslos ihren Lebensraum ausbeutete. Das Resultat war ein ökologischer Supergau, aber auch eine der bedeutendsten Hochkulturen des Altertums.

Buch und Regie: Marcus Vetter
Kamera: Christoph Feller



Kultur- und Naturdenkmal: seit 1955 Nationalpark; etwa 4000 Tempel, Paläste, mehrstöckige Wohnhäuser als Ausdruck urbaner Wohlhabenheit und dynastischer Macht; wichtiges mittelamerikanisches Ökosystem

Unesco-Ernennung: 1979

2. Jh. v. Chr. - 9. Jh. n. Chr.
Besiedlung unter 39 Herrschergenerationen, u.a.

219-38
Regentschaft von Yax Moch Xoc

682
Machtübernahme von Ah Cacao (Ha Sawa Chaan K'awil)

1848
Bericht des Gouverneurs der Provinz Péten über Tikal

1881/82
Besuch und Forschungsarbeit des Maya-Forschers Alfred Percival Maudslay

1950-61
umfangreiche Freilegungen

1979-85
Freilegung von »Mundo Perdido«

Flora und Fauna:
54 Säugetierarten, u.a. Raubtiere wie Puma, Ozelot, Jaguar und Jaguarundi;

Mantelbrüll- und Geoffrey-Klammeraffen, Mittelamerikanische Tapire, Weißbart- und Halsbandpekaris, Weißwedelhirsche;

Neunbindengürteltier; Großer und Zwergameisenbär sowie Dreifingerfaultier;

333 Vogelarten wie Rote Aras sowie 38 Schlangenarten wie die giftige Korallenschlange


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