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Erotische Kunst zur Verherrlichung der Götter. Die Tempel von Khajuraho in Zentralindien lösen noch heute bei vielen Besuchern Empörung oder Verwirrung aus.
Die über 2000 Skulpturen an den Außenwänden der Tempel zeigen Götter, Himmelstänzerinnen, Engel, Fabeltiere und Maithunas: Paare beim Akt. Kaimur-Sandstein erlaubte den Bildhauern, genaueste Einzelheiten zu gestalten. In einem Ausbruch kreativer Energie erschufen sie eine überschwängliche Verherrlichung des Lebens, ein opulentes, sinnliches und heiteres Aufeinandertreffen der göttlichen und der profanen Welt. Doch im Zusammenhang mit der hinduistischen Mythologie müssen die erotischen Darstellungen angemessen interpretiert werden. Im Liebesakt wird nicht nur die Vereinigung von Mann und Frau, sondern auch der Zeugungsakt der Weltschöpfung durch die Götter gesehen.
Von den ehemals 85 Tempeln, die vor 1000 Jahren gebaut wurden, sind heute noch 25 erhalten. Sie gehören zu den künstlerischen Wundern der Welt. Jeder Tempel wurde nach festgelegten Regeln gebaut und dabei dem Aufbau des menschlichen Körpers nachempfunden.
Buch und Regie: Thomas Schadt Kamera: Thomas Schadt
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Kulturdenkmal: in drei »Tempelbezirken« 25 hinduistische und jainistische Tempel mit teilweise erotischen Reliefs und Skulpturen
Unesco-Ernennung: 1986
9. Jh. Bau von Chausath Yogini mit ehemals 64 Kultzellen der Dienerinnen der Göttin Kali
930-50 Bau des sandsteinernen Lakshmana-Tempels, dem Vishnu geweiht und nach dem Halbbruder Ramas, der 7. Inkarnation Vishnus, benannt
950-70 Parshvanatha, der größte und schönste der Jaina-Tempel mit tigerähnlichen Mischwesen und bezaubernden Liebespaaren
1000-25 Jagadambi-Tempel für die Verehrung der blutrünstigen Kali
um 1130 Bau des Kandariya-Tempels (Kandariya Mahadeva)
1150 Bau des Duladeo-Tempels
1870 »Neubau« des jainistischen Shantinatha-Tempels (ursprünglich 11. Jh.)
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010
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