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Seit dem 14. Jahrhundert war Moskau das Zentrum des russischen Reiches, und der Kreml die Residenz der Zaren. Die Selbstherrscher, wie sich die Zaren nannten, vergrößerten ständig ihre Festung über der Moskwa und ließen die Paläste immer glanzvoller ausstatten. Der Kreml wurde zum Abbild und Sinnbild des ungeheuren Reichtums und der fast grenzenlosen Macht des Zarenreichs. "Über der Stadt ist der Kreml, über dem Kreml ist nur Gott." so ein russisches Sprichwort. Auch nach der Revolution, als kein Gott mehr über ihm war und die Glocken der vielen Kathedralen innerhalb und außerhalb der Kremlmauern schweigen mussten, blieb der Kreml Machtzentrale. Wo einst Iwan der Schreckliche von seinem Elfenbeinthron das russische Reich beherrschte und später eine deutsche Prinzessin in prächtiger Robe zur Krönung schritt, um als Zarin Katharina II. neue Länder zu erobern, da herrschten 70 Jahre lang die "roten Zaren". In dieser Zeit schien die über 2 Kilometer lange "Rote Mauer" noch höher geworden zu sein. Über den "Roten Platz" rollten die Panzer der Sowjetarmee.
Wie die Zarenmacht, so verging auch die Macht der Kommunisten, ein neuer Präsident zog als Hausherr in den Kreml ein. Heute können die Kirchen auf dem Kremlgelände von Touristen besichtigt werden. Vor den Ikonenwänden der Krönungskirche drängen sich Gläubige und Ungläubige, ebenso wie in der "Maria Verkündigungskathedrale", der kaiserlichen Hauskirche und der "Erzengelkathedrale", in der die Sarkophage der Zaren aufgestellt sind. Für Besucher unzugänglich ist der große Kremlpalast. Die Renovierung dieser prachtvollen Säle war stets von Schmiergeldgerüchten umwittert. Das SWR - Filmteam durfte als erste Fernsehequipe die renovierten Säle aufnehmen.
Buch und Regie: Christian Romanowski Kamera: Rüdiger Kortz
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Kulturdenkmal: der 500 m lange und 150 m breite Rote Platz, vormals Marktplatz und im 17. Jh. als »Schöner Platz« bekannt, mit angrenzendem Kreml, ursprünglich der Herrschersitz der Zaren und im 13. Jh. lediglich eine Festung aus Eichenpfählen, nebst Kathedralenplatz sowie dem Lenin-Mausoleum aus dunkelrotem Porphyr und schwarzem Labradorstein, der Basilius-Kathedrale und dem Kaufhaus GUM mit drei glasgedeckten Längspassagen
Unesco-Ernennung: 1990
1403 nach Stadtbrand Erweiterung des Marktplatzes »Torg«, nun »Poschar Ploschtschad« (»Feuerplatz«) genannt
1440-1505 unter dem Zaren Iwan II., dem Großen, Bedeutungszunahme Moskaus als Machtzentrum und Ausbau des Kreml zu seiner heutigen Gestalt
1475-79 Bau der Mariä-Entschlafens-Kathedrale des Kreml
1484-89 Bau der Mariä-Verkündigungs-Kathedrale
1485/86 Bau des Geheimgangsturms des Kreml
1495 Bau des 76 m hohen Dreieinigkeitsturms im Kreml
1557-1894 Krönung der Zaren in der Mariä-Entschlafens-Kathedrale
1559 Weihe der Pokrowskij Sobor na Rwu (Mariä-Schutz-und-Fürbitte-Kathedrale am Graben), heute als Basilius-Kathedrale bekannt
1875-83 Bau des Historischen Museums
1888-94 Bau des Kaufhauses GUM
1930 Beisetzung des 1924 verstorbenen Lenin in dem stufenförmigen Mausoleum
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010
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