Sanchi: Buddhistisches Heiligtum bei Sanchi






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Auf einem Hügel in der Nähe der kleinen Ortschaft Sanchi in Zentralindien stehen die ältesten, buddhistischen Stupas Indiens. Sie sind über 2000 Jahre alt. Stupas symbolisieren im Buddhismus den heiligen Baum des Lebens und der Erleuchtung.

Nach dem Tode Buddhas war es der große Maurya Kaiser Ashoka, der den Buddhismus für sich entdeckte und zu seiner großen Blütezeit in Indien verhalf. 84.000 große und kleine Stupas soll er zu Ehren Buddhas errichtet haben.

Der Stupa von Sanchi ist 17 Meter hoch und gilt den Wissenschaftlern als der Idealtyp des buddhistischen Stupa. Er ist ein massiver, fensterloser Reliquienschrein und erfüllt allein eine symbolische Funktion: Ausdruck des eigenen Glaubens, Wegweiser für andere, der Lehre Buddhas zu folgen. Der Legende nach beherbergt jeder Stupa mindestens ein Aschekorn von Buddha.

Die vier Eingänge zum Rundgang der Stupas wurden mit vier prächtigen Toren geschmückt. Die äußerst lebendigen und detailreichen Reliefe geben eine Vorstellung von der hohen Meisterschaft der Steinmetzkunst im alten Indien und vom Leben in jener Zeit. Jedes Tor variiert dabei ein eigenes Hauptthema: Das Osttor die Geburt Buddhas, das Südtor den Kampf um seine Überreste, und das prächtig geschmückte Nordtor die Wunder, die Buddha zugeschrieben werden.

Für die zahlreichen Besucher aus aller Welt stellen diese Tore den eigentlichen Höhepunkt der Tempelanlage von Sanchi dar. Gleichzeitig wird der Ort noch heute als stiller Ort der Mediation genutzt und gilt nicht nur den Anhängern des Buddhismus als frühes Symbol für Mitgefühl, Toleranz und Friedfertigkeit.

Buch und Regie: Thomas Schadt
Kamera: Thomas Schadt



Kulturdenkmal: bedeutendste buddhistische Bauwerke auf indischem Boden

Unesco-Ernennung: 1989

3. Jh. v. Chr.
unter Kaiser Ashoka Grundsteinlegung für den Stupa 1 (Großer Stupa)

200 v. Chr. - 200 n. Chr.
Bau von vier »Prachttoren« des Großen Stupa

5. Jh.
in der »Goldenen Ära der altindischen Kunst« unter der Gupta-Dynastie (320-510) Bau des Tempels Nr. 17, auch Gupta-Tempel genannt

um 650
Bau von Tempel Nr. 18

10./11. Jh.
Bau von Tempel und Kloster Nr. 45

1818
Wiederentdeckung der Tempel und Klöster

1853
Ausgrabungen von Reliquien zweier Schüler Buddhas

1881
erste Restaurierungsarbeiten

1912-19
umfangreiche Restaurierung der Anlage

1936
Entdeckung der Überreste weiterer Klosteranlagen


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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