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Sklaven gab es in Afrika schon lange bevor die ersten Weißen den schwarzen Kontinent betraten. Sklaven wurden den Fremden dort sogleich zum Kauf angeboten. Daraus entwickelte sich jener gigantisch-grausame Handel mit Millionen von Menschen, die meist von der afrikanischen Westküste, der noch heute so genannten Sklavenküste, nach Nord-, Mittel- und Südamerika verschleppt wurden. Ein glänzendes Geschäft war das nicht nur für die portugiesischen, holländischen und englischen Händler - sondern auch für die afrikanischen "Exporteure", darunter die Könige von Abomey. Jahrhunderte lang schöpften sie viel Reichtum und Macht aus diesem Handel, bis er Ende des 19. Jahrhunderts weltweit verboten wurde. Die Kolonisierung durch Frankreich beendete schließlich die grausame Herrschaft der Dynastie.
Heute zeugen nur noch die Ruinen ihrer Paläste aus Lehm vom Prunk jener Könige - und von ihrer großen Grausamkeit beim Umgang mit den Sklaven. So hatte zum Beispiel der Thron des Königs auf vier abgeschlagenen Köpfen zu stehen. Recht bescheiden geht es dagegen beim heute amtierenden König von Abomey zu, der für Geld gern mit seinem Hofstaat vor Touristen posiert. An das Thema Sklaverei möchte in Abomey weder der König noch sonst jemand erinnert werden.
Buch und Regie: Albrecht Heise Kamera: Rüdiger Kortz
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Kulturdenkmal: Königspaläste von Abomey
Unesco-Ernennung: 1985
um 1620 Gründung des Königreiches Fon mit der Hauptstadt Abomey
1625 Dako erster König von Abomey
1645-85 König Ouegbadja
1708-40 König Agadja
1728-1818 Regentschaft der Könige Tegbesu, Kengala, Agongolo und Adandozan; Blütezeit des Sklavenhandels
1818-58 König Ghezo
1858-89 König Glele
1878 Vertrag zwischen König Glele und Frankreich zur Abtretung des Gebietes von Cotonou
1889-94 König Béhanzin; Widerstand gegen das »Protektorat« Frankreich
1894 endgültige französische Kolonisierung und Verbannung von Béhanzin
1906 Tod König Béhanzins in Algier
1944 Umwandlung der Paläste von König Ghezo und Glele in Museen
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010
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