Blaenavon: Industrielandschaft Blaenavon






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Feuer, Eisen, Kohle und Gips: Ende des 18. Jahrhunderts begann die Nutzung der Bodenschätze, die die raue Landschaft Südwales hervorbrachte. Während 1789 Frankreich von der Revolution erschüttert wurde, begann in Blaenavon die industrielle Revolution und aus einer vergessenen Landschaft wurde eines der größten Industriezentren der Welt.

Innerhalb weniger Jahre entstanden neue Verkehrswege: Schienen, Tunnel, Brücken. In der Tiefe der Erde wurden Kammern und Wege ausgehöhlt, und Unmengen von Kohle, Eisenerz und Gipserde gefördert. Aus ganz Europa kamen die Arbeiter. Bauern wurden zu Bergarbeitern. Für wenig Geld wurde die anstrengende Arbeit in langen Arbeitstagen bewältigt.

Rund um die Kohlehalden und Fördertürme lebten die Menschen in engen Reihenhäusern. Für Tausende war Blaenavon Schicksal, Mühsal, aber auch Zukunftssicherung und Hoffnung auf ein besseres Leben. Symbol für die Schaffenskraft und Leistung der Bergarbeiter war die Grube "Big Pit", der erste große Schacht von Blaenavon. Heute zeugt sein Förderturm mit dem großen Förderrad von der Leistung der Menschen der frühen Industrialisierung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Blaenavon zu Ende ging. Mit dem Versiegen der Bodenschätze verloren die Menschen in Blaenavon ihre Existenzgrundlage. Sie gingen und hinterließen eine Landschaft, in der die Spuren ihrer Arbeit noch zu finden sind.

Buch und Regie: Horst Brandenburg
Kamera: Thomas Ch. Weber



Kulturdenkmal: Industriedenkmal von Blaenavon in Süd-Wales: Kohle- und Eisenproduktionsstätten aus dem 19. Jahrehundert

Unesco-Ernennung: 2000

1789
Gründung der Eisenhütte durch die Unternehmer Thomas Hill, Thomas Hopkins und Benjamin Pratt; Bau von zwei mit Dampfmaschinen betriebenen Hochöfen

1800
Beginn des Kohleabbaus

1812
mit dem Bau von drei weiteren Hochöfen wird Blaenavon zur produktivsten Eisenhütte Grossbritanniens

1817
Bau der Kohleförderbahn "Hill’s Tramroad"

1878
Beginn der Stahlproduktion

1880
Einweihung der großen Zeche ("Big Pit")

1902
Stillegung der Hochöfen

1975
staatliches Ausgrabungs- und Instandsetzungsprogramm für die Eisenproduktionsstätten

1980
Stillegung der Kohleminen


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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