Lalibela: Die Felsenkirchen von Lalibela






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Engel sollen am Bau beteiligt gewesen sein, weil keiner sich vorstellen konnte, dass Menschen derartiges zu schaffen fähig sind, wie die Felskirchen von Lalibela.
Abgelegen, auf 2600 Meter Höhe, begannen vor über 800 Jahren, unbekannte Handwerker, auf Geheiß eines christlichen Königs, mehrstöckige Kirchen in den roten Basaltlava zu meißeln. Die Fähigkeit solch monumentale Gebäude mit größter Präzision aus einem einzigen Felsblock zu formen, sind längst verloren gegangen.
Überliefert sind nur die Legenden, die bis nach Europa von einem sagenhaften christlichen Reich am Horn von Afrika kündeten. Ein zweites Jerusalem verberge sich hinter den äthiopischen Bergen.
Bis heute pilgern fromme Christen nach Lalibela. Hier finden sie die Bestätigung für ihren ursprünglichen Glauben, dessen Wunder einer Speisung Tausender, der Auferstehung Toter und des Gigantenwerks dieser Felskirchen eins sind.
Die Gläubigen treffen dort auf eine unvergleichbare Architektur.
Feindliche Invasoren, die Äthiopien zu verschiedenen Zeiten überrollten, haben die verdeckten Kirchen relativ unbeschadet überstanden. Ihre originale Ausstattung mit Gemälden, Fresken und Handschriften ist noch in vielen Teilen erhalten. Sie erzählen die Geschichte des ältesten, christlichen Staatswesens, das allen Bekehrungsversuchen widerstand. Die urchristliche Glaubensgemeinschaft ist ein lebendiger Teil des Weltkulturerbes Lalibela.

Buch und Regie: Rüdiger Lorenz
Kamera: Erwin Lanzensberger



Kulturdenkmal: auf einer Felsterrasse elf mittelalterliche Felskirchen im roten Tuffstein

Unesco-Ernennung: 1978

um 330
erste christliche Glaubensverkündigung im aksumitischen Reich

5. Jh.
durch syrische Mönche Ausbreitung des christlichen Glaubens

9. Jh.
Vordringen des Islams und Zerfall des Reiches von Aksum

12./13. Jh.
unter König Lalibela Blütezeit des christlichen Glaubens in Äthiopien; in einem Zeitraum von vermutlich 120 Jahren Errichtung von elf monolithischen Felskirchen des »neuen Jerusalems«

15. Jh.
Wandmalereien in Bet Maryam, dem bis heute beliebtesten Gotteshaus von Lalibela


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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