Dhofar: Die Weihrauchbäume des Wadi Dawkah, die Karawanenoase Shisr und die Häfen von Khor Rori und al-Balid






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Das aromatische Harz des boswellia sacra Baumes zählte zu den begehrtesten Handelsgütern der antiken Welt. In Ägypten wurde Weihrauch ebenso verbrannt wie an den Höfen indischer Maharadschas. In Rom wurde er in Gold aufgewogen. Über Tausende von Kilometern wurde er gehandelt; es entstand die "Weihrauchstraße".

Wie der wohl bekannteste aller Wohlgerüche des Orients gewonnen wurde und vor allem woher genau er stammte, blieb den Abnehmern verborgen. Die Karawanenführer bewahrten ihr Schweigen, die Produzenten wurden reich.

In der Region Dhofar im Süden des Sultanats Oman wird bis heute Weihrauch gewonnen. In den Trockentälern ritzen Beduinen die knorrigen Bäume, um nach einigen Tagen das Harz zu ernten; verkauft wird es im Weihrauch-Souk von Salalah.

Von der Blütezeit des Weihrauchhandels künden indes nur noch Ruinenstädte: Häfen wie Samharam und al-Balid verdienten am Seehandel, Oasen wie Wubar wurden als Karawanenstationen reich und mächtig - Stationen an der omanischen Weihrauchstraße, die nun zum Weltkulturerbe erklärt wurden.

Buch und Regie: Rolf Lambert
Kamera: Donald Saischowa



Kulturdenkmal: Archäologische Fundorte, mittelalterliche arabische Stadtarchitektur

Unesco-Ernennung: 2000

Flora und Fauna
Weihrauch, auch Olibanum genannt, ist Harz von Sträuchern aus der einzigen Monsunzone Arabiens

ab dem 3. Jtsd. v. Chr.
Weihrauchhandel mit Sumerern in Mesopotamien

4.-1. Jh. v. Chr.
Im Hellenismus ist Petra Knotenpunkt der Weihrauchstraße von der Südspitze des arabischen Halbinsel, später übernimmt Gaza diese Funktion für Rom und Griechenland

Römische Kaiserzeit
Der Preis für Weihrauch beträgt in Rom das Dreihundertfache des Materialwertes

Im 7. Jh.
Die Weihrauchstraße büßt im Zuge der Ausbreitung des Islam ihre Bedeutung ein, der Handel verlagert sich auf den Seeweg

1990/1991
Archäologische Ausgrabungen bestätigen die Wiederauffindung der Handelsstadt Ubar mit Hilfe von NASA-Satellitenfotos


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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