Sommerpalast: Sommerpalast






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Der Sommerpalast an den Westbergen bei Peking ist der einzige erhaltene kaiserliche Garten. In ihm ist der vollkommene Traum der chinesischen Gartenarchitektur verwirklicht. Dass dieser Garten mit seinen Palästen und Tempeln, Pavillons und Pagoden, mit insgesamt 3000 Räumen auf 290 Hektar Grund heute noch ein Gefühl davon vermitteln kann, wie die chinesischen Kaiser und ihr Hofstaat gelebt haben, ist Cixi zu verdanken. Sie war Mitte des 19. Jahrhunderts kaiserliche Konkubine und Mutter des Thronerben, der als Kind zum Kaiser wurde. Sie erlebte die Überfälle der europäischen Truppen, die mit der Zerstörung aller kaiserlichen Gärten das Reich der Mitte gefügig machen wollten, um China unter sich aufzuteilen.

Cixi wollte die Schmach dieser Demütigung durch den Wiederaufbau des Sommerpalastes schnell vergessen. Gegen alle Vernunft, denn die chinesische Bevölkerung war verarmt, das Land von Aufständen gegen die unfähige letzte Kaiserdynastie geschüttelt, setzte Cixi alle Mittel ein, um die Pracht und den Glanz des alten China noch einmal erstehen zu lassen. Mit Intrigen und Verschwörungen ertrotzte sie den Wiederaufbau des Sommerpalastes. Den Marineetat z.B. verwendete sie, um einen marmornen Pavillon in Form eines Raddampfers an den See zu bauen.
Vom Sommerpalast aus regierte Cixi als Regentin für unmündige oder als geistesgestört erklärte Thronerben fast ein halbes Jahrhundert lang. Sie konnte den Verfall des chinesischen Kaisertums nicht aufhalten. Heute sieht man sie nicht mehr so kritisch, wie zu ihren Lebzeiten, denn ihrem Starrsinn, ihrer Prunksucht und ihrer Liebe zur Natur ist es zu verdanken, dass es den Sommerpalast noch heute gibt - auch als große Einnahmequelle durch den Tourismus.

Buch und Regie: Gisela Mahlmann
Kamera: Ralf Nowak



Kulturdenkmal: eigentlich »Garten der Harmonischen Einheit«, aber besser bekannt unter der Bezeichnung »Sommerpalast«

Unesco-Ernennung: 1998

1153
Baubeginn zur Zeit der Jin-Dynastie

1750
Bau des »Meeres der Vollkommenen Weisheit«

1764
Abschluß der Arbeiten zur Zeit der Qing-Dynastie; Nutzung der Anlage als kaiserliche Sommerresidenz

1860
Zerstörung durch englische und französische Truppen

1888
Wiederaufbau

1900-01
Zerstörung während des Boxeraufstandes

1903
erneut Wiederaufbau

1924
öffentlicher Zugang zum »Sommerpalast« seit 1949 mehrmalige Restaurierung


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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