Vézère: Höhlenmalereien im Tal der Vézère






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Vor über dreißigtausend Jahren entstanden die frühesten bekannten Kunstwerke der Menschheit in Europa. Der Kontinent war zu großen Teilen noch von Gletschern überzogen. Das hielt den Vorfahr des modernen Menschen, den Cro Magnon, nicht davon ab, Felsen und Höhlen mit herrlichen Malereien, Gravuren und Skulpturen zu schmücken. Das Tal der Vézère im französischen Périgord ist eine besonders üppige Schatzkammer dieses Wirkens. Spätestens seit der Entdeckung der Höhle von Lascaux, der Sixtinischen Kapelle der Vorgeschichte, muß sich die Wissenschaft vom primitiven Vorfahren aus der Eiszeit verabschieden. Doch was bedeuten die Malereien, Gravuren, Skulpturen von Tieren, Menschen, Zeichen? Aus welcher Zeit stammen sie genau? Welche Rolle spielten die Höhlen in der sozialen Gemeinschaft der Cro Magnons? Waren sie Heiligtümer für Jagd- und Fruchtbarkeitsmagie? Zufluchtsorte? Welche Ziele verfolgten die Künstler mit den Werken? Die Fragen der Forschung haben eher zu- als abgenommen, seit Abbé Breuil, der Papst der paläolithischen Wissenschaft, vor über hundert Jahren mit den Studien begann. Zahlreiche Entdeckungen und Interpretationen folgten und folgen, oft Projektionen des Zeitgeists aus eurozentristischer Sicht. Eine spannende Zeitreise von der Eiszeit mitten hinein in das Denken der Neuzeit.

Buch und Regie: Gabi Reich
Kamera: Holger Schüppel

06.03.2010 - 3sat



Kulturdenkmal: 147 prähistorische Fundorte und 23 Höhlen mit Felsmalereien

Unesco-Ernennung: 1979

um 15000-10000 v. Chr.
Felsmalereien von Lascaux (jüngere Altsteinzeit)

um 9000 v. Chr.
Aufgabe der Höhle von Lascaux

1868
Skelettfunde von Les-Eyzies-de-Tayac

1940
Entdeckung der Grotte de Lascaux (Lascaux I)

1963
Schließung von Lascaux I

1983
Bau von Lascaux II


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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