Troia: Archäologische Stätte von Troia






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Troia: Wer kennt nicht ihre Geschichte, von Homer in der Ilias besungen, die so tragisch in völliger Zerstörung geendet haben soll. Zwei Jahrtausende galt Troia als sagenumwobene Metropole ägäischer Hochkultur. Dort, wohin Paris, Sohn des Priamos, die schöne Helena entführte, die Frau des Menelaos, König von Mykene. Wohin der Betrogene mit Agamemnon, Achilleus, Odysseus und anderen großartigen Helden Griechenlands schwerbewaffnet zog. Wo um die schöne Helena ein zehnjähriger Krieg entbrannte. Worüber sich sogar die Götter stritten, Athene gegen Aphrodite kämpfte und Göttervater Zeus selbst hin- und hergerissen war zwischen Bestrafen und Vergeben. Ein literarischer Ort, den es wirklich gegeben haben soll. Und den es tatsächlich gegeben hat, wie sich jetzt mehr und mehr herausstellt. Troias Ruinen liegen auf dem Hügel Hisarlik bei Canakkale an den Dardanellen in der Türkei. Ein Schicksalsberg der Archäologie. Heinrich Schliemann war überzeugt, das dichterische Troia vor sich zu haben. Doch nicht nur das. Neun Siedlungsschichten lagen übereinander, von der frühen Bronzezeit bis ins Römische Reich, mit mehreren Blütezeiten. Heute zählt Troia zu den modernsten Ausgrabungsstätten unserer Zeit. Geschichte wird neu geschrieben: Homers Troia gehörte zum Hethiterreich. Das antike Epos, Grundlage und Quelle europäischer Literatur, könnte ein Zeugnis anatolischer Hochkultur sein. Noch dazu ein ziemlich genaues. Der Schicksalsberg birgt noch viele Überraschungen: ein sagenhafter Ausflug vom Mythos zur Wahrheit.

Buch und Regie: Gabi Reich
Kamera: Dieter Wolf



Kulturdenkmal: nach Homer »Ilias» unter König Priamos eine blühende Handelsmetropole; Ausgrabungsstätten von 46 Bauphasen Troias, u.a. Südtor, Theater, Ostmauer und Turm, Osttor, Megaronhaus, Vorplatz des Athena-Tempels, Propylon, Megaronbauten sowie römisches Odeion

Unesco-Ernennung: 1998

3500-3000 v. Chr.
Gründungsperiode von »Troia»

2500-2300 v. Chr.
Troia II und »Schatz des Priamos»

1700 v. Chr.
Stadt mit einer Ausdehnung von 18000 qm

334 v. Chr.
Eingliederung in das Reich Alexanders des Großen

85 v. Chr.
fast vollständige Zerstörung

1871-94
Ausgrabungen durch die Archäologen Heinrich Schliemann und Dr. Wilhelm Dörpfeld

1890
Tod Heinrich Schliemanns

1932-38
Ausgrabungen durch den amerikanischen Archäologen Carl William Blegen

1988
Wiederaufnahme der Ausgrabungen unter Prof. Dr. Manfred Korfmann (Universität Tübingen) mit Schwerpunkten Bronzezeit und Archäobiologie

1998
Grabungskampagne mit 70 wissenschaftlichen Mitarbeitern


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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