Rhodos: Mittelalterliche Stadt mit Ritterburg und Hospital






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Rhodos war, nach dem Rückzug aus dem Heiligen Land, über 200 Jahre der östliche Vorposten der Christenheit. Der Kreuzritterorden der Johanniter hatte sich auf die Festung zurückgezogen und die Stadt zu einer beinahe uneinnehmbaren Festung ausgebaut. Dienen und Kämpfen lautete der Wahlspruch der Ritter. Unter dem Deckmantel eines päpstlich sanktionierten Kampfes gegen die Ungläubigen machten die Schiffe des Ordens das östliche Mittelmeer unsicher, verkauften deren moslemische Besatzungen in die Sklaverei und mehrten gleichzeitig den Reichtum des Stützpunktes.

Die Johanniter waren aber andererseits auch hingebungsvolle Krankenpfleger, hatten auf der Insel das bestorganisierte Hospitalwesen des Mittelalters aufgebaut. Mit diesem 'Dienst am Herrn' retteten sie Tausenden von Jerusalempilgern, die geschwächt und krank von den Strapazen aus dem Heiligen Land in Rhodos Zwischenstation machten, vor einem sicheren Tod. Genauso wurden aber auch Muslime und Juden gepflegt.
Der Film versucht, über die historischen Gebäude und Befestigungsanlagen ihre einstige Funktion wieder erkennbar zu machen. Die Aufteilung des Ordens in sprachliche 'Zungen' wird an den Herbergen der beteiligten Länder in der Ritterstraße besonders deutlich, vermittelt auch etwas von der Länder übergreifenden Zusammenarbeit der Ritter.

Für die Osmanen ist Rhodos eine Provokation. Sie planen die Eroberung. Unter welchen strategischen Kriterien würden Kundschafter des Sultans die Befestigungsanlagen inspizieren? Im Film wird diese Sehweise aufgegriffen, wird zum Streifzug durch eine hochgerüstete Stadt. An der Übermacht der Osmanen und am fehlenden Nachschub für die Belagerten scheitert die Verteidigung der Kreuzritter. Am ersten Tag des Jahres 1523 verlassen sie die Insel, Rhodos wird türkisch.

Buch und Regie: Rüdiger Lorenz
Kamera: Erwin Lanzensberger



Kulturdenkmal: u. a. der Palast des Großmeisters des Johanniterordens auf den Resten der byzantinischen Akropolis, die Herberge der Ritter der Auvergne, die Marienkirche und die Stadtmauer mit ihren Toren und der »Turm der Italiener«

Unesco-Ernennung: 1988

408 v. Chr.
historisches Gründungsdatum

3.-2. Jh. v. Chr.
Anlage der Akropolis mit den Tempeln der Athena Polias und des Zeus Polieus, dem Odeion

1306
Landung der ersten Johanniterritter auf Rhodos

1309
unter der Herrschaft des Ritterordens des hl. Johannes von Jerusalem (heute als Malteserorden bekannt)

1480
Belagerung durch Flotte und Heer des Sultans Mohammed

1476-1505
unter dem Großmeister Pierre d'Aubusson vollständiger Neuaufbau der Stadtmauer

1515-17
Bau des »Turms der Italiener«

26.12.1522
Sultan Süleiman der Prächtige bietet den Kreuzrittern freien Abzug

1523-1912
unter türkischer Herrschaft

1856
Zerstörung des Palastes des Großmeisters durch eine Explosion

1911/12
Italienisch-Türkischer Krieg und nachfolgend italienische Besetzung

1912-43
Ausgrabung der Akropolis durch italienische Archäologen

1940
Wiederaufbau des Palastes des Großmeisters

1988
umfassende Restaurierung des Palastes des Großmeisters

1993
Ausstellung »Rhodos - 2400 Jahre« im ehemaligen Großmeisterpalast

1996
Restaurierung des Apollontempels und des Nymphäums


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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