Santiago de Cuba: San Pedro de la Roca in Santiago de Cuba






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Santiago de Cuba, die zweitgrößte Stadt Kubas, im Südosten in der Provinz Oriente gelegen, steht immer ein klein wenig im Schatten Havannas. Zu Unrecht, denn Santiago de Cuba ist eine bedeutende Industrie- und Hafenstadt. Die Santiagueros sind temperamentvoller, auf den Straßen ist es fröhlicher als im fernen Havanna. In keinem anderen Ort Kubas sind dessen indianische, afrikanische und europäische Wurzeln so spürbar.
"Wiege der Revolution", nennt sich Santiago de Cuba voller Stolz. Nahezu alle Freiheitsbewegungen in Kuba hatten ihren Ursprung in und um diese Stadt. Mit einem Sturm auf die Moncada-Kaserne wollte Fidel Castro 1956 den Diktator Batista stürzen. Die Aktion misslang, sechs Jahre später aber, in der Nacht zum 2. Januar 1959, verkündete Fidel Castro vom Balkon des Rathauses in Santiago de Cuba den Sieg der Revolution.
Santiago de Cuba ist auch die Wiege des Son, der Musik, die sich aus den Tänzen der Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen entwickelte.
Zum Weltkulturerbe ernannte die UNESCO "El Morro" wie das Castillo San Pedro de la Roca kurz und bündig genannt wird. Der spanische König Phillip II., für den die Kolonien eine enorme Bedeutung hatten, befahl 1590 den Bau.

Das "El Morro" gilt als herausragendes Beispiel spanischer Militärarchitektur. Eine klassische Befestigung im Stil der Renaissance. Immer wieder wurde sie angegriffen, mal von Engländern, dann wieder von Franzosen. Erobert wurde die trutzige Burg nie. Militärisch wurde sie im 19. Jahrhundert bedeutungslos. Nur einmal noch erlebte die Festung als steinerner Zeuge ein Kapitel Weltgeschichte. Im zweiten Unabhängigkeitskrieg stellte sich die USA auf die Seite Kubas. Die entscheidende Seeschlacht gegen Spanien fand vor El Morro statt. Am 10. Dezember 1898 wurde Kuba in die Unabhängigkeit entlassen. Seitdem herrscht Frieden im Meer vor dem "Castillo de San Pedro de la Roca".

Buch und Regie: Goggo Gensch
Kamera: Konstantin Kröning



Kulturdenkmal: auch als »El Morro de Santiago« bekannt, mit Fort 1 und 2, den Festungen Avanzada sowie La Estrella und der Batterie La Socapa

Unesco-Ernennung: 1997

1588
Verlust der Vorherrschaft der spanischen Flotte auf den Weltmeeren

1590-1610
Bau einer Festung

1638-42
Bau einer Festung mit vier Bastionen

1655
Landung einer englischen Flotte, Eroberung von Santiago de Cuba

1663-69
Festungsausbau

1675,1687,1679,1692
teilweise Zerstörung durch Erdbeben

1678,1689
vergeblicher Angriff franzöischer Verbände

1741
Wiederaufbau

1747
zurückgeschlagener Angriff der englischen Flotte

1757 und 1766
erneute Zerstörungen durch Erdbeben

1898
Spanisch-amerikanischer Krieg, Einnahme der Festung und Unterzeichnung des Vetrags von Paris

1899
Übernahme Kubas durch die USA

1978
Restaurierung der Festung

1979
zum Nationaldenkmal erklärt


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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