Pingyao: Altstadt von Pingyao






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Pinyao ist ein Guckloch in eine vergangene Zeit, denn die kleine Handelsstadt sieht heute noch so aus, wie fast alle chinesischen Städte vor 300 Jahren. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Im Schatten einer hohen, mehr als sechs Kilometer langen Stadtmauer ducken sich ein- und zweistöckige schwarze Ziegelhäuser. Nur die buntlasierten Dächer der Tempel stechen hervor.
Pingyao verdankt seinen Aufstieg dem Reichtum der Kaufleute und dem Bankwesen. Hier wurde die erste Bank Chinas gegründet, hier wurden Papiergeld und Schecks eingeführt, mit denen dann im ganzen Land Handel betrieben wurde. Der Tempel des Reichtumsgottes ist also nicht zufällig der prächtigste der Stadt.
Sein Weiterbestehen in den alten Mauern verdankt Pingyao der Armut: Als sich Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Industrialisierung die Handelswege änderten, verlor Pingyao an Bedeutung. Im 20. Jahrhundert war Pingyao zu arm, um , wie fast alle Städte im Land, die den Verkehr behindernden Mauern abzureissen. Pingyao blieb erhalten, und man kann heute hier nachspüren, wie das alte China gelebt hat.
Dass die beiden großartigen buddhistischen Tempel außerhalb der Stadtmauern die Stürme der Revolution und der Kulturrevolution im 20. Jahrhundert überstanden haben, ist weniger der Religiosität als der Liebe und dem Stolz der Pingyaoer auf ihre alte Kultur zu verdanken. Versteckt unter Getreidebergen überdauerten seltene Fresken und außergewöhnliche Skulpturen die Zeiten.
Pingyao gehört seit 1996 zum Weltkulturerbe.

Buch und Regie: Gisela Mahlmann
Kamera: Ralf Nowak



Kulturdenkmal: Altstadt mit 3800 Baudenkmälern vor allem aus der Ming- und Qing-Zeit

Unesco-Ernennung: 1997

221-206 v. Chr.
Qin-Zeit

202-9 v. Chr. und 25-220 n. Chr.
Han-Zeit

220-265
Teil des Wei-Reiches

265-420
Teil des Jin-Reiches

1368-1644
Ming-Zeit

1370
Erweiterung der Stadtmauer

1644-1911
Qing-Zeit

1875-1908
Regentschaft des Guangxu- Kaisers


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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