|

  





 
|

|
|
|
Osteuropa, vor Tausenden von Jahren. Dichte Mischwälder erstrecken sich von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Langsam wandern die ersten Menschen in die Wildnis ein und beginnen, sie zu verändern. Mit dem Entstehen von Feldern und Dörfern lichten sie die Wälder mehr und mehr, bis nur noch der Urwald von Bialowieza bleibt. Fast unberührt haben seine Baumriesen die kriegerischen Zeiten überstanden. 50 Meter hoch ragen sie in den Himmel empor. Schwarzstörche haben in den ausladenden Ästen ihren Horst angelegt. Sie gehören zu den heimlichsten und seltensten Vögeln Europas. Im Totholz abgestorbener Bäume brüten Eulen und zahllose Spechte. Versteckt in den Kronen ziehen Adler ihre Jungen auf. Die Artenfülle ist unermesslich, denn anders als im Wirtschaftswald bleibt abgestorbenes Holz am Boden liegen, Lebensraum für zahllose Insekten. Singvögel wissen diese Nahrungsfülle zu schätzen, überall aus den Büschen erklingt lautstark ihr Gesang. Doch der Reichtum an Leben hat noch einen anderen Grund. Bialowieza ist ein stetiger Wechsel zwischen trocken und naß. Versumpfte Stellen wechseln zu höhergelegenen Inseln und werden doch bald schon wieder von undurchdringlichen Kiefernmooren und Bachtälern abgelöst. So ist es nicht verwunderlich, daß die abwechslungsreiche Wildnis sogar zur Heimat besonders scheuerTiere geworden. Wölfe und Luchse gehen im Dickicht auf die Jagd, spähen nach Wildscheinen, Rehen und Hirschen. Und wie Wesen aus einer anderen Zeit durchstreifen noch heute Wisente den großen Wald. Bialowieza mit seiner Lebensfülle ist einzigartig in Europa, es ist der letzte, noch existierende Tieflandsurwald.
Buch und Regie: Thomas Willers Kamera: Thomas Willers
|
|
|

|

Naturdenkmal: Nationalpark Bialowieza (Polen) und Nationalpark Belovezhskaya Pushcha (Weißrussland)
Unesco-Ernennung: 1992
Flora und Fauna: Bialowieski:etwa 500 Pilzarten, 277 Flechtenarten, 437 heimische Gefäßpflanzarten, 26 Baumarten wie Stieleiche, Winterlinde, Gemeine Esche, Gemeine Fichte und Salweide; 1565 Bäume als Naturdenkmäler geschützt; 8500 Insektenarten; 249 vogelarten wie Kranich, Schwarzstorch, Uhu, Sperlingskauz, Zwerg- und Schlangenadler sowie Tannenhäher; 44 Säugetierarten, darunter 12 Fledermausarten, Wildschwein, Elch, Wisent, Luchs, Wolf, Fuchs, Hermelin, Wiesel, Otter und Biber; Belovezhskaya Pushcha: 12 verschiedene Waldtypen; über 900 Gefäßpflanzen, darunter 26 Baum- und 138 Straucharten, davon beinahe zwei Drittel heimische Pflanzen; 55 Säugetierarten, neben dem Wisent auch Rothirsch und Reh; 212 Vogelarten wie Uhu, Seeadler, Wanderfalke und Weißstorch, 11 Amphibienarten und 7 Reptilarten
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010
|
|
|