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Mitten im hässlich brodelnden Betondschungel von Caracas liegt die Zentrale Universität von Venezuela wie eine Insel der Ruhe und der Schönheit. 87 Bauten, eine Stadt in der Stadt. Damit schuf In den 40er bis 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts der Venezolaner Carlos Raul Villanueva ein stadtplanerisches und architektonisches Meisterwerk, angereichert mit über hundert Werken großer europäischer, amerikanischer und einheimischer Künstler jener Zeit. Mit seinem virtuos geformten Beton hat Villanueva einen eigenen und noch immer aktuellen Baustil geprägt.
Der 1974 verstorbene Architekt kommt im Film noch einmal zu Wort um sein Werk zu erläutern: Seinen Versuch, mit den Mitteln der Architektur und der Ästhetik das Leben der Menschen zu gestalten - vor allem die Form ihres Zusammenlebens. Daher die - vom tropischen Klima begünstigte - Durchlässigkeit der Bauten zwischen Innen und Außen, die gewollte Aufhebung der Grenzen zwischen den Fakultäten sowie zwischen der Universität und dem Volk. Doch leider, stellt Villanueva am Ende bedauernd fest, hat er mit seinem Konzept die politische und soziale Entwicklung Venezuelas nicht aufhalten können, in der die Kluft immer größer wird zwischen dem Volk und der Elite.
Buch und Regie: Albrecht Heise, Kamera: Holger Schüppel
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Kulturdenkmal: Die Ciudad Universitaria de Caracas stellt die ideale Verschmelzung von moderner Stadtplanung, Architektur und Kunst dar. Architekt Carlos Raúl Villanueva und die beteiligten Künstler haben die künstlerischen Ideen des frühen 20. Jhdts. angepasst an die tropische Umgebung beispielhaft umgesetzt.
Unesco-Ernennung: 2000
30.05.1900 Carlos Raúl Villanueva, Architekt, wird in London geboren. Er wächst in europäischen Diplomatenkreisen auf und geht in Paris zur Schule.
1920 Villanueva beginnt in Paris mit dem Studium der Architektur.
1927 Erste Arbeiten, u.a. in Nicaragua, wo sein Vater Minister ist. Ein Jahr später macht er seinen Abschluss.
1929 Ansiedelung in Caracas und bis 1939 Tätigkeit als Gebäudedirektor beim Innenministerium.
1941 Villanueva wird Professor der Schule für Architektur an der neugeschaffen Universität von Venezuela. 1943 Beschluss für den Bau der Universitätsstadt durch Rafael Urdaneta
1946-63 Bau der Cuidad Universitaria mit Instituten, allgemeinen Bauten und Wohnheimen; Künstler wie Hans Arp, Miguel Arroyo und Alex Calder statten den Campus aus
1967 Villanueva realisiert den venezolanischen Pavillon auf der Weltausstellung in Montreal
16.08.1975 Villanueva stirbt in Caracas
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010
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