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Als holländische Idylle liegt Willemstad in der Karibik. Die Hauptstadt von Curacao ist das Werk jüdischer Siedler. Sie waren vor der Inquisition aus Spanien erst nach Amsterdam geflohen und hatten dann auf Curacao eine neue Heimat gefunden. Vor 350 Jahren. Die holländische Krone nutzte die Insel derweil als Stützpunkt für den Sklavenhandel und ein bisschen Seeräuberei. Auch das ist lange her. Geblieben sind die Nachfahren der Sklaven, die sich auf Curacao jetzt autonom verwalten. Holländer und Juden lenken nur noch die Wirtschaft. Denn: Lohnende Geschäfte gibt es so fern vom Mutterland auch nach dem Verbot der Sklaverei noch. Das in leuchtenden Farben herausgeputzte "Klein Amsterdam" ist ein beliebtes Ziel für Kreuzfahrttouristen - und für nicht versteuertes Geld. Ziemlich anrüchig auch die qualmende Raffinerie gleich hinter dem Weltkulturerbe. Doch hinter der historischen Fassade gibt sich Willemstad ganz ungerührt wie die Unschuld vom Lande der Windmühlen.
Buch und Regie: Albrecht Heise Kamera: Holger Schüppel
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Kulturdenkmal: historisches Willemstad mit St. Anna-Bucht, Punda und Otrobanda sowie Scharloo und Pietermaai
Unesco-Ernennung: 1997
1499 spanische Entdecker landen auf Curaçao
1634 niederländischer Handelsposten der Holländischen Westindien-Gesellschaft
1634-38 Bau des Fort Amsterdam
1732 Bau der Mikwe-Israel-Emanuel-Synagoge
1795 Tula-Rebellion, ein Sklavenaufstand im Geiste der Französischen Revolution
1797 Bau des Fort Nassau
1800-03 und 1807-15 unter englischer Oberhoheit
1804 Belagerung des Fort Waakzaamheid
Um 1865 Bau des Herrenhauses Belvédère
1866 Zerstörung eines Teils der Stadtmauer des 17. Jh.
1888 Bau der Königin-Emma-Brücke
1969 durch Brandschatzung fast vollständige Zerstörung der Gebäude der Plaza Brion (Otrobanda)
1970 Eröffnung des Jüdischen Kulturhistorischen Museums in zwei Stadthäusern von 1728
1997 Umgestaltung des Hotels Venezuela in ein Museum
© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010
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