Dessau-Wörlitz: Gartenreich Dessau-Wörlitz






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Das Gartenreich von Dessau-Wörlitz liegt eingebettet in der Auenlandschaft der Elbe und umfasst sieben Schloss- und Parkanlagen auf einer Gesamtfläche von 145 qkm. Herzstück des Gartenreichs sind die Parkanlagen von Wörlitz, die als erster Landschaftsgarten nach englischem Vorbild auf dem Kontinent entstanden sind. Seen und Kanäle, Brücken und Grotten, Wiesen und Bäume, Tempel und Monumente: gestaltete Natur, die in jeder Wegbiegung neue malerische Bilder bereithält. Die Wörlitzer Anlagen sind um das klassizistische Landhaus entstanden, das der Architekt Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorf für den Landesherrn, Fürst Leopold III Friedrich Franz von Anhalt-Dessau, baute. Beide hatten sich dem Bildungsideal der Aufklärung verschrieben, Park und Landhaus standen allen Besuchern offen, um den Daheimgebliebenen Eindrücke einer Italien- oder einer Englandreise zu vermitteln. Sein ganzes kleines Land wollte Fürst Franz in einen Garten verwandeln, das Schöne mit dem Nützlichen verbinden. Davon zeugen noch heute zahllose kunstvolle Bauten an Deichen und Wegen, die die weit auseinander liegenden ländlichen Refugien der fürstlichen Familie verbinden. Hier Rokokoverspieltheit und barocke Bilderpracht, dort exquisite klassizistische Dekors, eingebettet in Parkanlagen, in der der Übergang zwischen gestaltete und freie Natur fließend ist. Wenn die Philosophie die Aufklärung Gestalt gefunden hat, dann in den Elbauen bei Dessau.

Buch und Regie: Sarah Palmer
Kamera: Rüdiger Kortz

25.06.2010 - Phoenix
25.06.2010 - Phoenix



Kulturdenkmal: Gartenreich Dessau-Wörlitz

Unesco-Ernennung: 2000

1764-1813
Entstehung des ersten und bedeutendsten Landschaftspark Europas durch den Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau

1769-1773
Bau Schloss Wörlitz, Architekt ist Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff

ab 1773
Bau des Gotischen Hauses, in dem die Sammlungen des Fürsten aufbewahrt wurden.

1752-1757
Bau Schloss Mosigkau

1774-1778
Schloss Luisum

1780
Galerie im Schloss Georgium, über 2000 Kunstwerke, darunter Werke von Dürer, Cranach und Trautmann

1795-1797
Pagode im Englisch-chinesischen Garten

1812-1818
180 m lange Orangerie

1918
Gründung der gemeinnützigen Joachim-Ernst Stiftung

09.11.1938
Rettung der Wörlitzer Synagoge durch den Gartendirektor Hans Hallervorden

22.08.1947
Namensänderung in "Kulturstiftung Dessau-Wörlitz"

03.08.1949
Überführung des Grundbesitzes in "Volkseigentum"

01.10.1997
Übertragung des Schlosses Mosigkau und der Gartenanlagen an die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz

Flora und Fauna
111 Nadel- und 818 Laubgehölzarten


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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