Aletsch: Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn






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Er ist der gewaltigste Gletscher der Schweizer Alpen: Der Aletsch, ein eisiger Gigant.

Selbst wer mit der Luftseilbahn zum Aussichtspunkt auf dem Eggishorn hinauffährt und aus 3000 Meter Höhe auf die Eisfläche blickt, die sich wie ein erstarrter Fluß von der Höhe des Jungfraumassivs in einem Bogen zum Rhonetal hinabwindet, kann nicht ihre wahre Dimension ermessen. 22 Kilometer beträgt die Länge dieser gewaltigen und gewalttätigen Eismasse, die in der Abgeschiedenheit des Alpenmassivs ein bizzarres Eigenleben führt.
Jeden Augenblick wandelt sich das Erscheinungsbild des beweglich - festen - Eises. Seit Jahrzehntausenden.
Die 27 Milliarden Tonnen des Aletsch Gletschers bewegen sich mit einer Geschwindigkeit von 200 Metern im Jahr talwärts und tragen riesige Gesteinsbrocken mit sich. Sie sind als zwei anthrazitfarbene Spuren dem Rücken des Giganten eingeprägt.

Die Begegnung mit dem 'Schwerzugänglichen' war für das SWR Filmteam eine Herausforderung und wurde zum unvergesslichen Erlebnis. Der Hubschrauber setzte die Mannschaft mit über 700 Kilogramm Gerät zwischen den Buckeln, Schluchten und Spalten auf dem Rücken des Altesch ab. So konnte sie die fast surreale Eisarchitektur aus nächster Nähe aufnehmen, mit der Kamera in Gletscherspalten tauchen, oder in Gletscherhöhlen, deren Eiswände durch die unterschiedliche Lichtbrechung in magischen Blautönen leuchten.

Wie weltweit fast alle Getscher, zieht sich der Aletsch zurück. Seit dem letzten Höchststand um 1860 ist seine Oberfläche um 150 Meter abgeschmolzen, er gehört zu den 'Schätzen der Welt', die unter dem Druck der Zeit zerrinnen.

Buch und Regie: Christian Romanowski
Kamera: Gerd Bleichert



Naturdenkmal: Mit einer Fläche von 86,8 qkm größter und längster Gletscher der Alpen

Unesco-Ernennung: 2001

Flora und Fauna:
Arven, Lärchen und Fichten im Aletschwaldreservat oberhalb der Gletscherzunge. In den Moränengebieten Alpenhahnenfuß, bewimperter Steinbrech und Silberwurz; je nach Feuchtigkeit und Bodenverhältnissen auch Hochstaudenfluren wie Blauer Eisenhut, Alpenmilchlattich; zudem Alpenheide und Alpen-Leinkraut.
Lebensraum von Gemse, Steinbock, Murmeltier, Schneemaus, Alpendohle, Birkhuhn, Schneehuhn und Schneefink.


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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