Stralsund, Wismar: Die historischen Städte Stralsund und Wismar






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Zwei Hafenstädte - zwei Hansestädte, beide an der Ostseeküste gelegen. Und jeweils wird die Silhouette von 3 monumentalen Backsteinkirchen geprägt. Auf den ersten Blick könnte es scheinen, als ob sich alles wiederholt, doch dieser Eindruck trügt. Zwar verkörpern Wismar und Stralsund idealtypisch die Hansestadt zur Blütezeit des Städtebunds im 14. Jahrhundert und wurden deshalb auch gemeinsam zum Weltkulturerbe erklärt, doch sind sie zwei ungleich Gleiche.

So wie die unzähligen Giebel der Bürgerhäuser in Wismar sich ähneln, niemals aber gleich sind. Die Fassaden der Wohnhäuser und Speicher sind prächtig und trotzdem maßvoll. So konnte sich in Wismar und Stralsund die ursprüngliche Struktur des Stadtkerns mit einer Fülle einmaliger Baudenkmäler fast unverändert erhalten. Der heutige Besucher durchquert die Städte auf den gleichen Straßen, auf denen vor über 700 Jahren der Händler seine Waren ins Lagerhaus, oder zum Hafen brachte.

Ausgewogen, wie es dem Bürgersinn entsprach, versuchten sich die Einwohner mit den Fassaden ihrer Privathäuser nicht zu übertrumpfen, doch bei öffentlichen Bauten stellten sie den Reichtum der Stadt weithin sichtbar zur Schau . Wie mit den Pfarrkirchen, die zu den eindrucksvollsten Sakralbauten im Ostseeraum zählen. Sie stehen den gotischen Kathedralen Frankreichs an Großartigkeit nicht nach, doch gibt ihnen der Backstein einen viel wuchtigeren Charakter. So bei der monumentalen Georgenkirche zu Wismar. Im 15. Jahrhundert begonnen, nie vollendet und im zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wird dieses Gotteshaus jetzt seit über 10 Jahren restauriert. Wie eng kirchliche und städtische Angelegenheiten zusammengehörten, zeigt sich eindrucksvoll im Zentrum von Stralsund. Dort bilden Ratshaus und die gewaltige Nikolaikirche eine architektonische Einheit. Mit seinem prunkvollen Giebel gehört das vierflügelige Rathaus unbestreitbar zu den Prunkstücke norddeutscher Backsteingotik und wurde zum Vorbild vieler Ratsgebäude im Ostseeraum. Doch einmalig ist seine sechsschiffigen Gewölbehalle im Kellergeschoß, in der das Ratsbier und der Wein gelagert wurden.

Buch und Regie: Christian Romanowski
Kamera: Gerd Bleichert



Kulturdenkmal: historische Stadtkerne mit mittelalterlichen Grundrissen und zahlreichen Einzeldenkmälern

Unesco-Ernennung: 2002

1234:
Stralsund erhält lübisches Stadtrecht

1256
Baubeginn der Stadtmauer von Stralsund

1266
Wismar erhält lübisches Stadtrecht

1267
Großfeuer vernichtet Altstadt von Stralsund

1276
Baubeginn der Stadtmauer von Wismar

1293
Wismar und Stralsund treten der Hanse bei

1370
Friede von Stralsund beendet den Krieg der Hanse gegen Dänemark

1648
Stralsund und Wismar werden im «Westfälischen Frieden» Schweden zugesprochen

1803
Wismar wird von Schweden an Mecklenburg-Schwerin verpfändet

1815
Stralsund kommt zu Preußen

1945
Stralsund kommt mit Vorpommern zu Mecklenburg


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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