Sassi di Matera: Felsarchitektur der Sassi di Matera






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1950 bezeichnete man sie als "nationale Schande", vierzig Jahre später als einmaliges Beispiel einer Siedlung, "die sich in perfekter Harmonie mit dem Ökosystem" über Jahrtausende entwickelte.

Die süditalienischen "Sassi di Matera" bestehen aus Höhlen, Brunnen und einem ausgefeiltes Bewässerungssystem aus der Bronzezeit. Die erste Besiedlung gab es schon in der Steinzeit und alle Epochen und Kulturen haben ihre Spuren hinterlassen.

Traurige Berühmtheit erlangten die Sassi mit dem Roman von Carlo Levi "Christus kam nur bis Eboli", und daraufhin kamen plötzlich aus Menschen aus Rom, um die dortigen Verhältnisse zu studieren. Hier lebten Mensch und Tier in fensterlosen Höhlen, ohne Strom, ohne fließend Wasser. 20.000 Bewohner wurden in den 60er Jahren in weiter oben gebaute Sozialwohnungen umgesiedelt.

Sie erinnern sich noch, die Menschen, die jetzt in gekachelten, geheizten Wohnungen sitzen. Erinnern sich an die Entbehrungen, an den Ort ohne Straße, aber auch an das einzigartige Zusammenleben. In Nachbarschaften "vicinati" genannt, bedingt durch den Zugang zum Wasser. Erinnern sich der Höhlen, Höfe, Wasserläufe, Dachgärten und Felskirchen, ein Lebensraum in Harmonie mit der rauen Landschaft.

Buch und Regie: Eva Witte
Kamera: Burkard Kreisel



Kulturdenkmal: Höhlensiedlung

Unesco-Ernennung: 1993

12./13. Jh.
San Pietro Barisano

1591
Kloster San Agostino in den Sasso Barisano

1595
Beschreibung durch den Chronisten Eustacchio Verricelli

1656
Anlage von San Pietro Caveoso auf Vorgängerbau

1663 - 1806
Matera, Provinzhauptstadt

1667
Veränderungen von Madonna della Virtù

1747
Restaurierung und Umbau des Klosters San Agostino

1952
Räumung der Sassi

1991
Einweihung des Monuments «Ein Tag in Matera»


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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