Katharinenkloster






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"Am dritten aber, als es Morgen wurde, entstand ein Donnern und Blitzen; schweres Gewölk lag auf dem Berge, und gewaltiger Posaunenschall ertönte....Der Berg Sinai aber war ganz in Rauch gehüllt, weil der Herr im Feuer auf ihn herabgefahren war...und er berief Moses auf den Gipfel. Der stieg hinauf und der Herr redete zu ihm...."

Was so im Alten Testament erzählt wird, gehört zu den Grundlagen des christlichen Glaubens und Welt-Philosophie. Moses erhielt, so die Legende, die zehn Gebote. Seitdem gehört der Berg Sinai, der Berg Moses, Djebel Mosa, zu den heiligsten Stätten der christlichen Glaubenswelt. An seinem Fuß liegt das Kloster St Katherina, ein griechisch-orthodoxes Zentrum, das seit dem 6. Jahrhundert besteht. Mohammed, arabische Kalifen, türkische Sultane und Napoleon, die ägyptischen Könige und die heutigen Staatspräsidenten, alle stellen das Kloster unter ihren Schutz und bewahren es so vor Plünderung und Zerstörung.

Schon 330 ließ Helena, die Mutter Konstantin des Großen, dort eine Kapelle errichten, wo der "Brennende Dornbusch" gestanden haben soll. Festungsartig liegt St. Katherina im steinernen Meer der Sinai Wüste wie eine unerschütterliche Insel. Die Basilika ist mit Ikonen von unschätzbarem Wert geschmückt, die Bibliothek ist neben dem Vatikan die wertvollste Schriftensammlung der Glaubensgeschichte. Neben der Basilika steht auf dem engen Klostergelände eine Moschee. Die Toleranz der Glaubensrichtungen existiert hier seit der Gründung. Wenn sich jede Nacht Karawanen von Pilgern aus aller Welt auf den Weg machen, den heiligen Berg Moses zu besteigen und die Beduinen, die seit jeher hier leben zur Hilfe kommen, rücken die Völker und die verschiedenen Kulturen und Glaubensrichtungen zusammen, in der Hoffnung auf ein göttliches Zeichen.

Das Kloster St. Katherina am Berg Moses, wo sich Himmel und Erde berühren.

Buch und Regie: Horst Brandenburg
Kamera: Thomas Ch. Weber



Kulturdenkmal:St. Katharinenkloster im Sinai

Unesco-Ernennung:2002

Anfang 4. Jh.
Erste Einsiedler am Sinai

324
Errichtung einer Kapelle durch die Kaiserin Helena

334
erste klosterähnliche Siedlung

533
Kaisr Justinus I. lässt das Kloster zum "brennenden Dornbusch" bauen

565
Fertigstellung des Baus, Schenkung des Grundes an das Kloster

7. Jh.
Zerstörung des Klosters durch arabische Truppen und Wiederaufbau

10. Jh.
Bau einer kleinen Kapelle auf dem Moses Berg und einer Kapelle auf dem Katharinen Berg

1096
Das Kloster kommt unter den Schutz des "Königreichs Jerusalem", das von Frankreich gelenkt wird

1096
Gründung des Ritterordens zum brennenden Busch

12./13. Jh.
Blütezeit des Klosters

1189 - 1192
Errichtung einer Kreuzritterfestung auf der Insel Jazira Faraun durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa

1312
durch ein schweres Erdbeben werden die meisten Gebäude zerstört

1461
Fertigstellung des Wiederaufbaus; das Kloster wird der Heiligen Katharina von Siena geweiht

1483
Tod des Heiligen Fabritius, dessen Reliquien noch heute im Kloster aufbewahrt werden

17. Jh.
Das Kloster wird der Hoheit von Mount Athos unterstellt und ist bis heute eine Außenstelle der Mönche von Athos

19. Jh.
Zar Alexander II übernimmt den militärischen Schutz und finanzielle Verpflichtungen

1892 - 1918
Das Kloster kommt unter den Schutz Englands

1995
Fund einer wertvollen Papyrusrolle in einer Felsspalte am Mosesberg

seit Mitte 1996
Ägyptisch-Britische Archäologen suchen nach versteckten Papyri




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