Byblos: Ruinen von Byblos






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Byblos. Ein magischer Ort, der zwischen den über dreitausend Meter hohen Bergen des Libanongebirges, seinen fruchtbaren Hängen und der nahen Küste schon immer ideale Zivilisationsbedingungen bereit hielt. Seit über sieben Tausend Jahren ist Byblos ununterbrochen besiedelt und zählt zu den ältesten Städten der Welt.

Zunächst sind es nur die Fischer, die von dem kleinen Naturhafen aus auf Meeresbeute gehen, doch im 3. Jahrtausend v. Chr. wandelt sich das Dorf zur ummauerten Stadt mit dem Namen Gebál .
Das nahe Libanongebirge ist mit den zur Legende gewordenen Zedernwäldern überzogen. Die ägyptischen Pharaonen brauchen das wertvolle Holz für den Bau ihrer Flotten und für den Bau der Pyramiden. Die Ägypter bezahlen mit nubischem Gold, mit wertvollen Stoffen und mit Papyrus. Gebál wird zur reichsten, bekanntesten Metropole der Epoche. Zugewanderte Griechen ersetzen später den alten Stadtnamen durch Byblos - das griechische Wort für Papier/Buch und benennen die Provinz Phönizien. Für die Geschäftsabwicklungen werden Verträge geschlossen und Botschaften gesendet. Papyrus und Handelsaktivität bilden die Grundlage für die Erfindung des ersten Buchstaben - Alphabets aus 22 Zeichen. Byblos wird zum Geburtsort der Schrift.
Neben der enormen Handelstätigkeit entwickelte sich Byblos zum kulturellen und spirituellen Zentrum. Zahlreiche Tempelanlagen werden errichtet. So entsteht im ersten Drittel des 2. Jahrtausends v. Chr. zur Bronzezeit der Obelisken Tempel.

Die ägyptische Herrschaft geht in den Völkerbewegungen unter. Die Assyrer, die Perser, die Griechen unter Alexander dem Großen, die Römer unter Pompeius dringen in das phönizische Land ein. Alle hinterlassen ihre Spuren auf dem Areal der alten Stadt Byblos, die sich weiter und weiter auf den Mauern ihrer Geschichte aufbäumt und zu einem steinernen Hügel an der Küste anwächst.
Nach den Kreuzrittern versackt Byblos in der Weltgeschichte, die an anderen Orten gespielt wird. Und aus der Metropole, die zur `goldenen Zeit´ der Stadt, heute nur mit New York, London oder Paris zu vergleichen wäre, wird wieder ein Fischernest am Fuße des Libanongebirges.

Buch und Regie: Horst Brandenburg
Kamera: Thomas Ch. Weber



Kulturdenkmal:alte Hafenstadt der Phönizier

Unesco-Ernennung:1984

5./4. Jtsd. vor Chr.
erste Siedlungsspuren

2300 v. Chr.
Eroberung durch semitische Amoriter

1900 - 1600 v. Chr.
Bau des Obeliskentempels mit 26 Obelisken

1842 - 1797 v.Chr.
unter Amenemhet III. nachweislich Holztransport aus Byblos nach Ägypten

um 1200 v. Chr.
erste längere Inschrift in phönizischer Alphabetschrift auf dem Sarkophag des Königs Ahiram

875 v. Chr.
Überfall durch ein Heer des assyrischen Königs Assurnasirpal II.

555 - 333. vor Chr.
persische Oberhoheit

332 - 64 v. Chr.
nach den Feldzügen Alexanders des Großen hellenistische Epoche

64 v. Chr.
Beginn der römischen Herrschaft

395 - 636
byzantinische Epoche

1104
Einnahme durch Kreuzritter, Bau der Kreuzritterburg

1840
Beschuss des osmanischen Stützpunktes durch die englische Flotte

1921 - 75
Ausgrabungen französischer Archäologen


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