Trogir: Historische Stadt Trogir






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Man braucht eine Spürnase, um sich im Gewirr der Gassen dieser kleinen dalmatinischen Stadt auf einem winzigen Inselchen zurechtzufinden. So, wie sie Rocco besitzt. Rocco ist 40 Zentimeter hoch, beige-weiß gescheckt, hat einen verträumten Blick, und ist ein Hund. Eines Tages war er in Trogir aufgetaucht und ist geblieben. Wie einst, vor dreizehnhundert Jahren, in dem damals zum byzantinischen Reich gehörendem Ort, Fremde erschienen waren, hier sesshaft wurden, und die Herrschaft in der Stadt übernahmen. Ein slawischer Stamm, Kroaten. Sie nannten das im dritten vorchristlichen Jahrhundert gegründete Tragurion, Trogir.

Wahrzeichen der kleinen Hafenstadt ist heute die Kathedrale. Weithin sichtbar überragt ihr Turm das Dächermeer. Er diente den Schiffen und Booten auf der Adria, die einen geschützten Hafen suchten, als Wegweiser. Trogir konnte sich seit dem Altertum zu einer erfolgreicher Handelsstadt an der dalmatinischen Küste entwickeln.
Am Turm der Kathedrale kann man den ehemaligen Wohlstand der kleinen Stadt ablesen. Eines heute renovierungs - bedürftigen Wohlstands. Baugerüste zeigen, dass der Denkmalschutz sich um den Erhalt dieses herrlichen Kirchenbaus, dessen romanisches Portal zu einer der Sehenswürdigkeiten Kroatiens zählt, sorgt.
Wer den Aufstieg zur Turmspitze wagt, kann aus der Höhe das Gassengewirr als ein geordnetes Labyrinth überblicken. Trogir weist im kleinen Format alle Elemente eines unabhängigen Stadtwesens auf. Nicht nur die Türme der verschiedenen Kirchen zeigen die Fülle architektonisch sehenswerter Bauwerke an. Unter der Dächern manches ehemaligen Palastes sind Schätze verborgen, die von der Hochkultur des Ortes zeugen.

Doch der eigentliche Schatz dieses Ortes ist kein einzelnes Bauwerk, so bedeutend es auch sein mag, sondern die Fülle der verschiedenen Eindrücke. Man kann Trogir nur mit Füssen entdecken. Erst dann erschließt sich der Charme dieser mittelalterlichen Kleinstadt in ihrer fast unverfälschten Geschlossenheit. An jeder Kreuzung der winzigen Strassen mit dem immer unterschiedlichen Pflaster verlocken den Besucher alte Hausfassaden und verborgene Winkel, so dass er nicht weiß, welchen Weg er einschlagen soll. So ist es vielleicht keine schlechte Entscheidung, sich der Spürnase Roccos anzuvertrauen, wenn er, wie er das täglich tut, sein Revier durchstreift.

Buch und Regie: Christian Romanowski
Kamera: Gerd Bleichert




Kulturdenkmal:Altstadt

Unesco-Ernennung:1997

3. Jhd. v. Chr.
griechische Kolonie Traugurion

ab 56 v. Chr.
römische Besiedlung

1062 - 1822
Bischofssitz

um 1240
Gestaltung und Bau des Hauptportals der Kathedrale St. Laurentius

1242
Bela IV. flüchtet vor den Mongolen nach Trogir

1420
Belagerung und Einnahme durch die Venezianer

1438
Bau der gotischen Kapelle des hl. Hieronymus

1468
Gestaltung der Kapelle des hl. Johannes des Täufers durch Niccolo Florentino und Andrija Alesi

1593
Bau der bis heute erhaltenen Stadtbefestigung

1599
Bau des Campanile


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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