Aksum: Ruinen von Aksum






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Die ersten Aufzeichnungen in denen Aksum erwähnt wird sind etwa 4700 Jahre alt. In den Hieroglyphen ist von Weihrauch, Myrrhe und Elfenbein zu lesen. Es muß, ganz anders als heute, ein wasserreicher, fruchtbarer Ort gewesen sein. Aksum bedeutet „Der Brunnen der Fürsten“. Einwanderer aus dem südarabischen Raum gründeten den Ort an der Kreuzung wichtiger Handelswege zwischen Indien, Afrika und dem Mittelmeer. Die Königin von Saba soll hier ebenso gelebt haben. Nachzulesen ist dies in Äthiopiens Nationalepos, der „Kebra Nagast“ – „Ruhm der Könige“ einer Handschrift aus dem 14. Jahrhundert die in Aksum aufbewahrt wird. Dort wird auch der Nachweis geführt, dass die äthiopische Königsdynastie in direkter Linie von König Salomon abstammen soll.
Heute ist Aksum vor allem seiner, bis zu dreißig Meter hohen, Stelen wegen berühmt. Sie sind jeweils aus einem einzigen Stück Granit gehauen und haben wohl Gräber gekrönt. Wie die, zum Teil, 500 Tonnen schweren Rohlinge über viele Kilometer transportiert wurden ist immer noch rätselhaft.

Im „Kebra Nagast“ finden sich ebenfalls Hinweise darauf, dass die Bundeslade, die Tafeln mit den zehn Geboten, in der Kathedrale von Aksum vergraben wurde. Beweise dafür gibt es freilich keine.
Aksum ist der historische und religiöse Mittelpunkt Äthiopiens. Kein anderer Ort lässt mehr Fragen offen, kein Ort birgt mehr Geheimnisse. Und dennoch – oder vielleicht gerade deswegen - ziehen die Äthiopier ihre tiefe Religiosität und ihr Nationalbewusstsein aus der Mystik von Aksum.

Buch und Regie: Rüdiger Lorenz
Kamera: Anton Mayer



Kulturdenkmal:Ruinen der ehemaligen Hauptstadt des Königreichs Aksum

Unesco-Ernennung:05.09.1980

1 Jh. n.Chr.
selbständiges Königreich Aksum mit eigener Münze

4. Jh n.Chr.
Ausbreitung des koptischen Christentums

7. bis 9. Jh.
Bedeutungsverlust des aksumitischen Königreiches und Ausbreitung des Islam

17. Jh.
Bau der zweiten Kirche der heiligen Maria von Zion

1896
Sieg der Truppen von Kaiser Menelik II. (1844-1913) über italienische Invasionstruppen

1905
Deutsche Aksum-Expedition

1937
Transport der zweitgrößten, 24m hohen Stockwerkstele nach Rom

1965
Weihe der modernen Kapelle der hl. Maria von Zion, angeblich Aufbewahrungsort der Bundeslade


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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