Merv: Ruinen der alten Stadt Merv






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Inmitten der Wüste Karakum in Turkmenistan speist der Fluß Murghab eine große Oase. In ihr wuchs ab dem 6. Jh.v.Chr. eine Weltstadt heran, die im Mittelalter viele hunderttausend Einwohner zählte: Merv.
Legendär reich war die Oasenstadt, ein wichtiger Knotenpunkt an der Seidenstraße, ein geistiges Zentrum der islamischen Welt. Merv erreichte seine Blütezeit im 11. und 12. Jahrhundert als östliche Hauptstadt des Seldschuken-Reiches, kurz bevor die Stadt auf grausame Weise unterging.
Erbaut war Merv ganz aus Lehm. Reste der dem extremen Klima angepassten Architektur haben sich bis heute erhalten: die massiven Stadtmauern, Palastbauten, Gebäude für Bibliotheken, Wasserspeicher und Mausoleen, die noch heute von Pilgern besucht werden.
Die Ruinen von Merv bedecken eine Fläche von mehr als 8 qkm und bestehen aus mehreren, im Laufe der Jahrhunderte nebeneinander erbauten Städten, jede eine Art Zeitkapsel aus einer bestimmten historischen Epoche. Sie zu erforschen und zu erhalten, daran arbeitet ein internationales Team von Wissenschaftlern zusammen mit einheimischen Fachkräften.

Buch und Regie: Manfred Linke



Kulturdenkmal:Merw, Ruinen der alten Oasenstadt in Turkmenistan

Unesco-Ernennung:02.12.1999

3. Jh.v.Chr.
Auf turkmenischem Territorium entsteht das Reich der Parther

7. Jh.
Araber erobern das Gebiet und machen Merw zu einem ihrer Hauptorte

11. Jh.
Gründung des seldschukischen Reiches mit Zentrum in Merw

13. Jh.
Dschingis Khan erobert Zentralasien und zerstört u.a. Merw

14. Jh.
Einfluss der Timuriden im turkmenischen Gebiet

17.-19. Jh.
Wechselnde Einflüsse durch die Nachbarstaaten

1883
Merv unter russischer Herrschaft

1925
Teil der Sowjetrepublik Turkmenistan

1991
Unabhängkeit Turkmenistans


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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