Orchon-Tal: Kulturlandschaft des Orchon-Tals






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Ein heiliger Fluss. Wenig erforscht und mythenumwoben durchquert er das Herz der Mongolei. Der Orchon ist die Lebensader der Region und seine Täler sind seit alters her Nomadenland.
Hunnen und Uiguren siedelten hier, an den Ufern des Orchon wurden alttürkische Stammesfürsten bestattet und bis heute lebt man im Orchon-Tal fast ausschließlich von der Viehzucht. Umso verwunderlicher, dass bereits frühe nomadische Gesellschaften wie die Uiguren inmitten der zentralmongolischen Grassteppe die Stadt Karabalgas bauten, ein frühes Zentrum des Seidenstraßenhandels. Eine Stadt aus Lehm für mehr als 10 000 Bewohner, Reste der dem extremen Klima angepassten Architektur haben sich bis heute erhalten. Karabalgas blieb nicht die einzige Stadt im Land der Nomaden: 1235 ließ Dschingis Khan im Orchon-Tal die Hauptstadt der Mongolen bauen, eine prachtvolle Palastanlage mit gepflasterten Strassen und luxuriösen Empfangshallen, die Voraussetzung für den ersten mongolischen Staat. Im Orchon-Tal lag das Verwaltungszentrum für ein Imperium, das vom Pazifik bis zum Mittelmeer reichte. Ein internationales Team von Wissenschaftlern sucht heute nach dem Palast des Großkhans. Vermutlich wurde auf seinen Ruinen 1586 das erste buddhistische Kloster der Mongolei gebaut.

Buch und Regie: Elke Werry
Kamera: Donald Saischowa



Kulturdenkmal:Orchon-Tal: Kulturlandschaft des Orchon-Tals

Unesco-Ernennung:02.07.2004


Der Orchon-Fluss entspringt im Osten des Changai-Gebirges, und fließt von dort aus in großen Schlaufen Richtung Norden. Kurz vor der russischen Grenze vereinigt er sich mit der Selenga, welche anschließend in den Baikalsee mündet

1220
Spätere Inschriften verbinden die Gründung von Karakorum mit Dschingis Khan

1235
Unter Ugedai Khan, dem Sohn und Nachfolger Dschingis Khans entwickelt sich Karakorum zur ersten Hauptstadt des Mongolenreiches. Von ihm wird die bedeutende Residenz zu einer richtigen Stadt ausgebaut und zusätzlich mit einer Befestigungsanlage versehen

1237/8
Der älteste zeitgenössische Nachweis für die Existenz von Karakorum ist eine Münze

im 13.Jh.
wird die Haupstadt der gegenüber allem Neuen toleranten Khane zum Schmelztiegel unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Völker

1368
Die Chinesen stürzen die mongolische Yuan-Dynastie, woraufhin die Mongolen zurück in die nördliche Steppe fliehen

1415
Eine mongolische Reichsversammlung beschließt den Wiederaufbau

1568
Gründung des buddhistischen Klosters «Erdene Zuu», auf den Ruinen der alten Stadt Karakorum

noch heute
ist Karakorum für die Mongolen die Keimzelle und Geburtsstätte ihres Nationalstaates


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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