Macau: Historisches Zentrum von Macau






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Die Halbinsel Macau im südchinesischen Meer hat die Form einer Krabbe. In der chinesischen Symbolik ist dies ein deutliches Zeichen für Glück. Seit Macau besteht, haben hier Menschen ihr Leben und Vermögen auf's Spiel gesetzt. Früher waren es Seefahrer und Abenteurer, Missionare und Geschäftsleute, heute sind es Glücksritter und Spieler. Das Roulette-Rad steht in Macau nie still, die Stadt gilt als das Las Vegas von Asien.
Als Anfang des 16. Jahrhunderts Seefahrer aus Portugal im Perlflussdelta ankerten, fanden sie nur eine kleine Siedlung, in der Fischer zu ihrer Glücksgöttin A-Ma beteten. Auf fremdem, südchinesischem Boden richteten sie einen Stützpunkt ein. Es war der erste in Fernost. Mandarine aus Kanton genehmigten die Niederlassung der Portugiesen, gaben ihnen einen exklusiven Pachtvertrag. Bald wuchs der kleine portugiesische Handelsstützpunkt zu einer Drehscheibe zwischen Ost und West, in der Seide und Silber, Sandelholz und Porzellan in alle Welt verschifft wurden. Macau wurde Sammelpunkt für exotische Waren, aber auch für Missionare und abendländische Kultur.
1999 wurde Macau an China zurückgegeben, ist wie die Schwesterstadt Hongkong wirtschaftliche Sonderverwaltungszone. Längst hatte sich die portugiesische Enklave zu einer chinesischen Metropole entwickelt, dicht besiedelt und modern. Aber Macau ist anders als andere chinesische Großstädte. Es hat das Erbe des Seefahrer-Reiches Portugal erhalten: prachtvolle Händlervillen, schmucke Barockkirchen, abendländische Kultur und Lebensart. Das Geschäft mit dem Glücksspiel, das schon 1847 legalisiert wurde, hat dazu beigetragen, die glanzvolle Vergangenheit zu pflegen. Der Reiz der Stadt besteht in dem Neben- und Miteinander von Ost und West, von zwei Kulturen, die sich über fast ein halbes Jahrtausend vermischten und aufeinander einwirkten.

Buch und Regie: Elke Werry
Kamera: Donald Saischowa



Kulturdenkmal:Historisches Zentrum von Macau

Unesco-Ernennung:15.07.2005

1277
Etwa 50.000 Anhänger der südlichen Sung-Dynastie fliehen vor den Mongolen nach Macau und besiedeln die Provinz damit erstmals

1513
Erste portugiesische Schiffe in der Bucht von Macau

1557
China gewährt Portugal Niederlassungsrecht

1570
Macau wird Bischofssitz

bis 1695
Macau war einziger chinesischer Außenhandelsposten

1835
Bei einem Taifun wird die Pauluskirche, das Wahrzeichen der Stadt, zerstört. Seitdem steht nur noch die Fassade

bis 1849
Portugal zahlte für Macau eine Pacht

1847
Legalisierung des Glücksspiels

26.3. 1887
Die Mandschu-Regierung erkennt das portugiesische Recht auf dauerhafte Besetzung an

1951
Portugal erklärt Macau zur Überseeprovinz

1976
Erhält es als "Territorium von Macau" volle innere Autonomie

20.12. 1999
Portugal gibt die Souveränität zurück an China. Status: Sonderverwaltungszone Macau der Volksrepublik China


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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