Aflaj-Bewässrungssystem






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Auf den Bergen des Oman stehen alte Wachtürme. Sie dienen nicht militärischen Zwecken, sondern der Wasserüberwachung. Tausende Kanäle durchziehen das Land. Viele sind mehr als 10 km lang. Überirdisch, durch Tunnel und über Viadukte geleitet, mit Verteilerarmen im Fingersystem, kunstvoll, in der Tradition durch Erfahrung verfeinert, ohne hydraulisches Hilfswerk, nur von Gefällen geleitet, eine geniale Ingenieursleistung, die von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die sogenannten Aflaaj bilden eines der raffiniertesten Bewässerungssysteme der Erde. Das trockene Wüstenland hätte ohne seine Wasserkanäle keine Überlebenschance.

Seit vier Tausend Jahren wird im Sultanat Oman auf der Arabischen Halbinsel, das Wasser konsequent gesammelt, gemessen und nach sozialen Regeln verteilt. Maßstab ist an vielen Orten noch immer die Natur. In Al Jeela, hoch in den Bergen, gibt es weder Strom noch Satellitenempfang. Hier sind Sonne und Sterne noch die Wegweiser im Universum und bestimmen darüber, wie und wann das Wasser freigegeben und verbraucht werden darf.

Sonne und Sterne dirigieren im Oman das Überlebensprinzip Aflaaj.

Buch und Regie: Horst Brandenburg
Kamera: Thomas Ch. Weber



Kulturdenkmal:Aflaaj Bewässerungssystem

Unesco-Ernennung:13.07.2006

seit ca. 2000 Jahren
komplexes Bewässerungssystem durch unter- und überirdische Wasserkanäle, "Aflaj" genannt.

vor ca. 2000 Jahren
persische Siedler begründen das Kanalsystem

heute
ca. 11.000 Kanäle, davon 4000 Hauptkanäle


© Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag GmbH Gütersloh/München 2000 - 2010



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